Voll auf die Leber
Jetzt wird's wieder laut um Micha Leherbauer a.k.a. Leberhauer und seine Jungs. Respektive diese werden laut. Und das ist gut so, denn irgendwie hat man sie bereits vermisst, die Luzerner Band, bei der Texte und Musik auf hohem Niveau kopulieren, die auch schon mal mit dem frühen Stiller Has verwechselt wird (man höre sich "Baum und Specht" an). Textlich hat der Schriftsteller Beat Portmann ein Gastspiel - die düstere Mörder-/Liebesballade "Yvonne" entfloss seiner Tastatur. Live werden auch mal Aufsätze von Primarschülern vertont und performt. Die Songs begeistern: Das cool-funkende-floskelige "Säg mer nüt" beispielsweise, das inhaltlich an "Die Rede" von Franz Hohler erinnert, die ironisch-manische Beziehungskiste "Du wersch mech verloh", das Cervelat-Promi hofierende, mediengeile "Promi", das von einer kecken Handorgel umgarnt wird. Dass die Band sich auch live gerecht wird, ist klar. Oder wie es der Maestro Leherbauer himself proklamiert: "Die Leber schlägt zurück!"
(von Pablo Haller, Kulturmagazin Luzern)

